NABU begrüßt Umweltzonen-Urteil in Hannover
Der NABU hat das Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover begrüßt, wonach Umweltzonen einen Beitrag zur Reduzierung von Feinstaub und Stickstoffdioxid leisten können. Das Urteil habe Signalwirkung für über 30 Städte in Deutschland, die bislang Umweltzonen eingeführt haben. „Die Richter sind erfreulicherweise auch der Auffassung, dass der Schutz der Gesundheit von Bürgern Vorrang haben sollte vor der uneingeschränkt freien Fahrt mit schmutzigen Fahrzeugen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Ausgestaltung der Umweltzonen noch unbefriedigend
Die Ausgestaltung vieler Umweltzonen in Deutschland sei allerdings noch unbefriedigend. Umweltzonen seien meist deutlich zu klein und die Zufahrtsbestimmungen müssen verschärft werden, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können. Der NABU fordert, dass ab dem kommenden Jahr nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette in die Umweltzone einfahren dürfen. Allerdings müsse Kfz-Haltern durch ein breiteres Angebot an wirksamen Partikelfiltern auch die Möglichkeit gegeben werden, ihre Autos und leichten Nutzfahrzeuge auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Für zahlreiche Automodelle gebe es leider keine Nachrüstsätze.
Auch außerhalb von Umweltzonen Maßnahmen verstärken
Die Politik sei allerdings auch aufgefordert, verstärkt Maßnahmen außerhalb der Umweltzone zu ergreifen, um die Feinstaubwerte in den Griff zu bekommen. Feinstaub sei flüchtig und wehe teilweise aus unterschiedlichen Richtungen in die Städte herein. Fahrverbote für Lkw in Innenstädten reichten oft nicht aus, sondern auch auf den Autobahnen müsse die Lkw-Maut stärker gespreizt werden.
Finanzielle Belastung für Lkw “verschieben”
NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Die Einführung der neuen Schadstoffnorm für Lkw wurde auf die zweite Hälfte des nächsten Jahrzehnts verschoben. Daher muss die Bundesregierung jetzt an der Lkw-Maut-Schraube drehen. Lkw mit Emissionsstufe Euro 6 müssen entlastet werden, schmutzige Lkw dafür mit deutlich höheren Mautgebühren belastet werden. Dies wäre ein großer Schritt zur Senkung der Rußbelastung sowohl innerhalb als auch außerhalb von Umweltzonen.“
Kommentar: die Verschiebung der Maut-Belastung weg von weniger umweltschädlichen Lkw (sprich: denen mit geringeren Emissionen) wäre sicher eine effektive Maßnahme, um mehr Unternehmen zum Umdenken zu bewegen (Geldbeutel tut unmittelbar mehr weh als ein sich “irgendwann” verschlechterndes Klima).
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